Dienstag, 2. Mai 2006

Kurzsichtigkeit von vorgestern

(Erschienen in „Das Blättchen“, Nr. 9, 2. Mai 2006)

Die Landtagswahlen in drei Bundesländern sind vorbei, und nun kann wieder Klartext geredet, der Abbau des Sozialstaats beschleunigt und auf breiter Front vollzogen werden. Und dafür gibt es – die Wahlergebnisse zeigten es – ein erstaunlich breites öffentliches Verständnis.

Montag, 6. März 2006

Wohin ich auch schaue - Illusionen!

(In: „Das Blättchen“, Nr. 05, 6. März 2006)An die "soziale Gerechtigkeit" glaubt man wie an eine Religion, bei der die einen überzeugt sind, der Messias sei schon gekommen, während die anderen noch auf ihn warten. So dass sich nun Katholiken wie Angehörige anderer Konfessionen und Religionen, aber auch Atheisten von Papst Benedikt XVI. vertreten fühlen können, der zu Beginn des Jahres 2006 in seiner auf die sozialen Probleme der Gegenwart abzielenden Enzyklika „Deus caritas est“ (Gott ist Liebe) darauf hinwies, „dass sich die Frage nach der gerechten Struktur der Gesellschaft in neuer Weise“ stellt.
Deutschland – ein Land der Dichter und Denker? Das scheint es einmal gewesen zu sein. Heute wird nur noch geglaubt und gehofft. Jedenfalls was den ganzen politischen und sozialen Bereich anbelangt.

Montag, 20. Februar 2006

Herrn Dennis Snowers Umwälzung der Weltwirtschaft

(Erschienen in: „Das Blättchen“, Nr.4, 20. Februar 2006)

Ich rede ihn mit „Herr“ statt „Mister“ an, obwohl er Amerikaner ist. Denn erstens klingt das gut, weil es an Friedrich Engels` Polemik gegen Eugen Dühring erinnert, und zweitens lebt Snower zurzeit in Deutschland, wo er in Kiel seit geraumer Zeit das namhafte Institut für Weltwirtschaft leitet. Warum er ausgerechnet in dieser Funktion kürzlich einer nicht weniger bekannten Tageszeitung aus Frankfurt (FAZ 20.01.06) ein Interview zum Thema „Kombilohn“ gab, erkläre ich mir damit, dass er die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit – wozu diese Lohnform beitragen soll – richtigerweise als ein weltweites Problem und insofern als einen Aspekt der Weltwirtschaft ansieht. Interessanter als dieser oder vielleicht andere Gründe für seine Einmischung in die deutsch-nationale Diskussion um „richtige“ Lohnformen sind seine Auslassungen zur Sache selbst.

Montag, 23. Januar 2006

Zu eng gedacht

(Erschienen in: „Das Blättchen“ Nr. 2, 23. Januar 2006)Lohnzuwachsraten bis zu 25 Prozent? In einer Welt, die den Wert von Produkten nicht mehr auf einem anonymen Warenmarkt ermittelt, um den geschaffenen Neuwert dann in Lohn und Profit zu teilen, sondern in der für einen weitgehend gestalteten Markt die Preise der Güter über die Kosten kalkuliert werden, sind die höheren Löhne von morgen die höheren Preise von übermorgen.

Freitag, 10. Juni 2005

Warum ein bedingungsloses Ja zur linken Einheit?

(erschienen in: „Neues Deutschland“, 10. Juni 2005, S. 15)

Bereits seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts leben die Industrieländer in einer veränderten Welt, deren ökonomische Grundbeziehung nicht mehr der Austausch von Waren ist.

Mittwoch, 22. Oktober 2003

Was Ihr Vermögen wirklich wert ist

Deutschland gehört zu den reichen Ländern der Welt. Hier gibt es viele Vermögende, und die Mehrheit der Bevölkerung gilt als wohlhabend. Nur wenige sind arm, aber selbst diese sind – an den Maßstäben der ärmsten Länder gemessen – wohlhabend, denn niemand muß hungern oder frieren. Dennoch - auch wenn Sie sich für vermögend halten, geben Sie sich keiner Illusion hin! Sie haben weniger, als Sie denken.

Berichte aus dem Irrenhaus

Bei einer Gesamtstaatsverschuldung von 6,3 Billionen Dollar verzichtete US-Präsident G. W. Bush auf Steuereinnahmen aus Aktiengewinnen im Umfang von insgesamt rund 670 Milliarden Dollar über zehn Jahre, um so, wie er glauben machen wollte, die amerikanische Wirtschaft anzukurbeln. Und führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute bewerteten diese Maßnahme auch noch "grundsätzlich positiv".