Montag, 20. Februar 2006

Herrn Dennis Snowers Umwälzung der Weltwirtschaft

(Erschienen in: „Das Blättchen“, Nr.4, 20. Februar 2006)

Ich rede ihn mit „Herr“ statt „Mister“ an, obwohl er Amerikaner ist. Denn erstens klingt das gut, weil es an Friedrich Engels` Polemik gegen Eugen Dühring erinnert, und zweitens lebt Snower zurzeit in Deutschland, wo er in Kiel seit geraumer Zeit das namhafte Institut für Weltwirtschaft leitet. Warum er ausgerechnet in dieser Funktion kürzlich einer nicht weniger bekannten Tageszeitung aus Frankfurt (FAZ 20.01.06) ein Interview zum Thema „Kombilohn“ gab, erkläre ich mir damit, dass er die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit – wozu diese Lohnform beitragen soll – richtigerweise als ein weltweites Problem und insofern als einen Aspekt der Weltwirtschaft ansieht. Interessanter als dieser oder vielleicht andere Gründe für seine Einmischung in die deutsch-nationale Diskussion um „richtige“ Lohnformen sind seine Auslassungen zur Sache selbst.

Montag, 23. Januar 2006

Zu eng gedacht

(Erschienen in: „Das Blättchen“ Nr. 2, 23. Januar 2006)Lohnzuwachsraten bis zu 25 Prozent? In einer Welt, die den Wert von Produkten nicht mehr auf einem anonymen Warenmarkt ermittelt, um den geschaffenen Neuwert dann in Lohn und Profit zu teilen, sondern in der für einen weitgehend gestalteten Markt die Preise der Güter über die Kosten kalkuliert werden, sind die höheren Löhne von morgen die höheren Preise von übermorgen.

Freitag, 10. Juni 2005

Warum ein bedingungsloses Ja zur linken Einheit?

(erschienen in: „Neues Deutschland“, 10. Juni 2005, S. 15)

Bereits seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts leben die Industrieländer in einer veränderten Welt, deren ökonomische Grundbeziehung nicht mehr der Austausch von Waren ist.

Mittwoch, 22. Oktober 2003

Was Ihr Vermögen wirklich wert ist

Deutschland gehört zu den reichen Ländern der Welt. Hier gibt es viele Vermögende, und die Mehrheit der Bevölkerung gilt als wohlhabend. Nur wenige sind arm, aber selbst diese sind – an den Maßstäben der ärmsten Länder gemessen – wohlhabend, denn niemand muß hungern oder frieren. Dennoch - auch wenn Sie sich für vermögend halten, geben Sie sich keiner Illusion hin! Sie haben weniger, als Sie denken.

Berichte aus dem Irrenhaus

Bei einer Gesamtstaatsverschuldung von 6,3 Billionen Dollar verzichtete US-Präsident G. W. Bush auf Steuereinnahmen aus Aktiengewinnen im Umfang von insgesamt rund 670 Milliarden Dollar über zehn Jahre, um so, wie er glauben machen wollte, die amerikanische Wirtschaft anzukurbeln. Und führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute bewerteten diese Maßnahme auch noch "grundsätzlich positiv".

Donnerstag, 18. September 2003

Sozialismus in zwei Spielarten

Bemerkung zu einem Leserbrief von Gerhard Jährig (ND, 30./31. August 03: "Den Sozialismus haben wir noch gar nicht erlebt"), erschienen in ND, 18. September 03, unter der Überschrift „Keine Lehren, sondern Analysen“

Karl Marx‘ und Friedrich Engels‘ Erwartungen von einer aus ihrer Sicht zukünftigen, wie sie sagten "sozialistischen" Gesellschaft haben sich in Bezug auf deren ökonomische Grundbeziehungen bereits erfüllt – auf zwei verschiedenen Wegen, in zwei verschiedenen Spielarten, aber in ständiger gegenseitiger Beeinflussung und mit furchtbaren Tragödien auf beiden Seiten.

Donnerstag, 3. Juli 2003

Salto rückwärts

Leserbrief von Heerke Hummel, Werder /Havel, zu „Sozialismus auf Pump?“ ND, 1.7.03, S. 5
(erschienen in ND, 3. Juli 03, S. 11)

Liebich hat mit seiner Frage auf dem PDS-Parteitag (wahrscheinlich unbewusst) ein ganz wichtiges und interessantes politökonomisches Problem angesprochen. Denn nicht nur die Zukunft wäre mit Schuldenmachen auf Pump finanziert. Die ganzen vergangenen 50 Jahre sozialen Wohlstands in der Bundesrepublik waren tatsächlich „gepumpt“ – auf dem Wege von Staatsverschuldung und schleichender Geldentwertung.